Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V.

Aktuelles

Erinnerung und Neuanfang

An das Hochofenwerksgelände in Lübeck-Herrenwyk erinnert nicht mehr viel. Der Eingang ist noch erhalten und die Straßennamen wie Alter Kühlturm, An den Werkstätten, Dampfpfeife, Kohlenmühle, Masselbett, Möllerung, Zum Winderhitzer und Zur Gießhalle lassen erahnen, was sich hier einmal befand. Dieses Buch stellt Fotos aus dem Archiv des Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk Fotos von heute (Fotograf Jürgen Blenk) gegenüber, erzählt die Geschichte, zeigt die damaligen Gebäude und Anlagen und das Areal, wie es heute genutzt wird.

Die Dokumentation zur Ausstellung „Erinnerung und Neuanfang l Das Hochofenwerksgelände , wie es war und wie es ist“ möchte helfen, die Erinnerung an eines der interessantesten Kapitel der Lübecker Industriegeschichte zu erhalten.

 

Verfasserin: Helga Martens
Herausgeber: Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V.
2019 mit finanzieller Unterstützung der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck.
Das Buch ist im Industriemuseum erhältlich.

Neues Hochofen-Modell

Dank einer großzügigen Spende von Dr. Christian Dräger ist es dem Verein gelungen, ein Modell des Hochofens I, Fertigstellung 1907, im Maßstab 1:50 bauen zu lassen. Der Gemeinnützige Verein Kücknitz und der Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V. haben sich an der Finanzierung beteiligt.

Spielzeugsammlung

Seit einigen Jahren besitzt der Verein eine umfangreiche Spielzeugsammlung der Lübecker Sammlerin Helga Martens.
Die Sammlung besteht aus „Alltagsspielzeuge“, also aus Spielzeugen, die bespielt und geliebt wurden, die aber auch die Wut und den Zorn, die Angst und die Hoffnung eines Kindes auszuhalten hatten.

Sie umfasst zur Zeit ca. 2.700 Exponate in unterschiedlichen Kategorien.

Jedes Spielzeug hat „seine Geschichte“. Über den Zustand einiger Spielsachen lässt sich nur zu vermuten, was geschehen ist. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um Spielzeuge, die im Schrank deponiert oder aufbewahrt wurden, weil sie zum Bespielen einfach zu kostbar waren. Solche Spielzeuge wurden nur an besonderen Tagen wie Weihnachten herausgeholt, konnten bewundert und meist nur unter Aufsicht bespielt werden.

Alltagsspielzeug ist Spielzeug, dass seinem Namen Rechnung tragen kann:
• es wurden bespielt
• es wurde „zerspielt“
• es wurde repariert
• es handelt sich um individuelles Spielzeug
• es handelt sich um künstlerisches Spielzeug
• es handelt sich um Massenware
• es handelt sich um Werbeobjekte
• es handelt sich um liebevoll hergestelltes Spielzeug in Eigenarbeit
• es war nicht im Sinne von materiellem Denken wertvoll
• es wurde vielfach einfach weggeworfen, wenn es seinen Zweck erfüllt hatte

Die Sammlung beinhaltet Spielzeuge für Jungen und Mädchen, für Kleinkinder und auch für Erwachsene. Ein großer Teil sind Tisch- und Kartenspiele. Die Spielzeuge sind aus Holz, Metall, Papier und Kunststoff. Das älteste Exponat ist weit über 100 Jahre alt.
Spielzeuge sind Zeitzeugen der Geschichte vom Kaiserreich über die Zeit des Nationalsozialismus und dem Wirtschaftsaufschwung in der BRD bis zur Umbruchphase der DDR.

Mit diesen Spielzeugen soll eine Auseinandersetzung mit der Geschichte erfolgen, der Geschichte von Lebensläufen, von früher Kindheit in Verbindung mit der jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Situation. Herstellung von Spielzeugen und Materialentwicklung ist ebenso von Bedeutung. Der Einfluss von Amerika, die „Amerikanisierung“ der Spielsachen, wurde immer stärker. Die Diskussion um pädagogische Inhalte in der Erziehung beeinflusste einerseits die Entwicklung und Herstellung von Spielzeugen und andererseits war der Weg von individuellen Spielzeugherstellung in die stärker um sich greifende Massenproduktion nicht aufzuhalten.

Diese Aspekte, aber auch die Erinnerung an die eigene Kindheit oder die der Eltern und Großeltern durch anschauliche Erzählung wach zu halten, sind Ziele der Sammlung und der bisher erfolgten Ausstellungen.

Die Sammlung läuft unter dem Titel:

KINDHEITS(T)RÄUME

und soll Menschen dazu animieren, sich an die eigene Kindheit zu erinnern, Träume wach werden zu lassen und frei nach Schiller wieder für eine kurze Zeit Kind zu sein:

„Der Mensch ist nur dort Mensch, wo er spielt.“

Wer sich die Sammlung ansehen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen, Informationen und Terminabsprachen bitte unter Tel-Nr. 0451 74894 oder per Mail helga.martens@travedsl.de.