Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V.

Projekte

Projekte oder ähnliche Veranstaltungen von längerer Dauer, die allerdings immer einer längeren Vorbereitungszeit bedürfen und auch Kosten verursachen, können auf Anfrage durchgeführt werden, dieses gilt insbesondere für Wochenprojekte an Schulen.

Informationen erhalten Sie unter 0451 / 74894.

 

Hier drei Beispiele:

Leben und Arbeiten – fast wie vor 100 Jahren

 

In den Sommerferien 2007 wurde im Rahmen des Lübecker Ferienpasses in Kooperation mit dem Bereich Jugendarbeit der Hansestadt Lübeck das Projekt mit 16 Kindern durchgeführt.

In einer Woche konnten die Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren erfahren, wie die Menschen vor vielen Jahren unter einfachen Bedingungen gelebt und gearbeitet haben.

Jeden Tag wurde ein kleines einfaches Mittagessen aus Lebensmitteln hergestellt, die es damals für die schwer arbeitende Bevölkerung  gegeben hat. Cola und Selters gab es nicht zum Trinken, dafür Tee, Saft oder einfach nur Wasser.

Am ersten Tag wurde ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen und jeden Tag musste beim Erscheinen und nach getaner Arbeit gestempelt werden. Am Ende der Woche gab es eine Arbeitsbescheinigung und die Personalakte.

Als Arbeiten standen jeden Tag auf dem Plan

  • Herstellung von einfachen Süßigkeiten
  • Nähen und Stoffdruck
  • Papierteddys
  • Nagelbilder
  • Abwiegen von Kokereistaub und Zement in kleinsten Mengen
  • Herstellung von Papiertüten und deren Beschriftung
  • anfallende Büroarbeiten wie Führen von Listen von den

hergestellten Waren, Führen des Kassenbuches  über die Einnahmen und Ausgaben (alles mit Federhalter und Tinte), Kontrolle der Stempelkarten durch die Personalabteilung, erfassen der Arbeitsergebnisse und Ausstellen der Zeugnisse.

An jeweils einem Tag standen zusätzlich auf dem Arbeitsplan

  • Schmiedearbeiten
  • Drechselarbeiten, Herstellen von Kerzenhaltern
  • Filzen

Führungen im Industriemuseum und ein „Betriebsausflug“ durch die Wohnsiedlung ließen die damalige Lebens- und  Arbeitswelt erahnen.

Für Regelungen bei Unstimmigkeiten, Durchsetzungen von Forderungen und Aufstellen des Essenplans der Kantine wurde ein  Betriebsrat gewählt, der dann mit den Vorgesetzten (den Erwachsenen) verhandeln musste – alles so wie im realen Arbeitsleben.

Am letzten Tag wurden die hergestellten Waren auf dem Kücknitzer Wochenmarkt verkauft. Die Einnahmen gingen (man höre und staune, fast 200 €) als Spende an UNICEF, Lübeck war im Jahr 2007 die Städtepartnerstadt.

 

Altes Handwerk – neu entdeckt und ausprobiert

 

In Anlehnung an das Projekt von 2007 können Kinder im Alter von 9 – 14 Jahren in einem gespielten Handwerkerbetrieb alte Handwerkstechniken kennen lernen und ausprobieren. Als Handwerke werden schmieden, drechseln, Lederarbeiten, nähen, weben, filzen, spinnen und Metallarbeiten von fachkundigen Erwachsenen angeboten.

Wie im richtigen Arbeitsleben wird jeden Tag gestempelt, es gibt es einen Arbeitsvertrag und zum Ende eine Arbeitsbescheinigung. Büroarbeiten werden erledigt und im Lager werden  Material und hergestellte Waren verwaltet.

Eine Betriebsleitung und ein zu wählender  Betriebsrat treffen Entscheidungen im Interesse des Betriebes und der Beschäftigten.

Für das leibliche Wohl wird gesorgt, denn in der Kantine werden vom Küchenpersonal Speisen und Getränke hergestellt. In den Pausen können diese verzehrt werden.

Am letzen Tag bereiten die „Handwerker und Handwerkerinnen“ mit ihren Erzeugnisse im Industriemuseum eine Ausstellung vor und präsentieren diese ihren Eltern, Großeltern, Freunden und Bekannten.

 

Historische Großfamilie

 

Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren erleben das Zusammenleben und den Tagesablauf in einer Großfamilie

Die BetreuerInnen spielen die Großeltern, Eltern oder Alleinerziehende. Onkel und Tanten sind die nicht zum Betreuerkreis gehören Erwachsenen, die bestimmte Gewerke anbieten, da diese von den BetreuerInnen fachlich nicht geleistet werden können.

Die Kinder sind die teilnehmende Kindern werden ihren „Eltern“ zugeordnet.

 

Die ganze Woche wird auf das „Familienereignis“ Taufe des Babys (Babypuppe im Kinderwagen) am letzten Tag hingearbeitet. Alle Aktivitäten zielen darauf ab: Mädchen nähen sich eine Rock und eine weiße Schürze, Jungen eine Schleife für das Hemd und eine Mütze. Alle stellen sich Holzschuhe her. Haus und Hof  werden für die Feier vorbereitet, notwendige Reparaturen ausgeführt. Wäsche und Windeln werden gewaschen und gebügelt, Teppiche ausgeklopft. Jeden Morgen kommen alle Kinder erst einmal in die Dorfschule und bekommen dort vom „Lehrer“ die Spielstationen zugeteilt.

In der Küche wird das Essen zubereitet. Kartoffelfeuer, Apfelmuskochen und Buttern ergänzen die Speisen. Wäsche (Windeln, Handtücher u. a.) wird waschen und bügeln Garten- und Hofpflege mit einem selbstgebundenen Reisigbesen bereitet das Fest vor, für ein Haustier muss ein Holzgatter gebaut werden, das Haustier muss versorgt werden.

In der Nähstube werden weiße Schürzen, einfache Röcke für die Mädchen und Mütze, Hemdschleifen  für die Jungen genäht.

In der Werkstatt werden Metallarbeiten, Malerarbeiten, Schmieden, Reparaturen in Haus und Hof ausgeführt und in der Leder- und Schusterwerkstatt: stehen Holzschuhen mit Lederriemen auf dem Plan.

Der Dorfschullehrer unterrichtet immer einen Teil der Kinder und beaufsichtigt am Nachmittag die Schularbeiten, die daraus bestehen, eine  „Familienchronik“ als Erinnerung an die Taufe zusammengestellt wird.

Großmutter/-vater schlichtet bei Streitigkeiten, verteilt Lob und Tadel.